Alexa Hennig von Lange - Aus der eigenen Biografie schöpfen
Shownotes
Hier geht es zur Website der Autorin: Linkbeschreibung
Am 7.7. eröffnet die Masterclass - mit einem Sonderangebot für die Startwoche. 36 Video-Lektionen für dein Romanprojekt.
Hier geht es zu den Schreibmeditationen, die dich deiner Geschichte näher bringen können.
Und noch in eigener Sache: Britta Sabbag und ich haben unsere Plot Box - AutorInnencoaching-Homepage wieder eröffnet - herzlich willkommen, schaut gerne vorbei. Falls du dich wunderst, warum ich hier auch Werbung für ein anderes AutorInnencoaching als unseres mache: aus dem Grund, aus dem ich auch die Bücher meiner Kolleginnen empfehle. Wir leben von der Vielfalt und für jeden passt ein anderer Zugang. Oder die Angebote ergänzen sich.
Alles Gute für dich und dein Buchprojekt, deine Daniela (und hier geht es zu meinen Büchern)
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen bei meinem Podcast.
00:00:09: Trink deinen Herzensthema in die Welt!
00:00:11: Für alle,
00:00:12: die Sachbücher
00:00:13: oder Ratgeber schreiben und veröffentlichen möchten.
00:00:24: Hallo liebe Alexa ich freue mich total dass du heute bei mir im Podcast bist und ja ich glaube fast alle kennen Alexa Henning von lange.
00:00:31: magst du dich mal ganz kurz vorstellen mit deinem Herzens Thema?
00:00:35: was ist dein absolutes Herzens thema das Du durchschreiben aber auch Coaching am liebsten in die welt bringest?
00:00:41: Ja, also ich danke dir erstmal für die Einladung.
00:00:43: Ich freue mich sehr dass ich hier bin und ich schreibe ja seit knapp dreißig Jahren Bücher und habe eben damit wirklich meine Lebenserfüllung gefunden.
00:00:55: es gab für mich nie etwas anderes als zu schreiben, das war sehr klar und dafür bin ich so dankbar dass ich nicht suchen musste sondern gefunden habe.
00:01:06: Und das ist im Grunde genommen auch mein Herzensthema weil ich merke wie viel Freiheit im Schreiben verborgen liegt, wie frei man sich fühlen kann, wieviel Vertrauen man sich erschreiben kann und es ist das was ich sehr gerne weitergebe entweder in meinen Seminaren durch meine Meditationen aber eben auch Romanbegleitung?
00:01:30: Ja, also ich habe ja gerade deine Heimkehr-Trilogie mit Begeisterung beendet und da kommt ja so weitestes zusammen.
00:01:36: Also das Schreiben bei dem du aus der Biografie deiner Großmutter schöpfst aber wahrscheinlich auch deine eigenen Erfahrungen mit reinbringst.
00:01:46: und magst du mal erzählen wie du es geschafft hast aus den Lebenserinnerungen deiner Oma die wirklich gewaltig waren Ich glaube, soweit ich das richtig verstanden habe erst nach ihrem Tod intensiv befasst hast.
00:02:02: Wie du es geschafft hast daraus einen Roman zu machen!
00:02:05: Du gehst direkt ins Eingemachte.
00:02:10: Das ist wirklich eine spannende Frage auf verschiedenen Ebenen, die du stellst.
00:02:15: Ich versuche das mal etwas auseinanderzunehmen.
00:02:18: Also einerseits gibt es mich als Alexa, die Schriftstellerin, die seit dreißig Jahren Bücher schreibt, die knapp dreizig Romane geschrieben hat.
00:02:27: Warum betone ich das jetzt?
00:02:29: Weil ich mich erst daran getraut habe tatsächlich dass mich dem Leben meiner Großmutter anzunehmen.
00:02:40: Warum sage ich getraut?
00:02:44: Weil ich den Eindruck hatte, obwohl ich so gerne so viel schreibe Es nochmal eine ganz besondere Aufgabe ist, sich in einer anderen Zeit zu bewegen.
00:02:58: Die politisch gesellschaftlich sehr bewegt war, mich in vollkommen fremde Räume, vollkomfremde Dimensionen zu begeben und die aber so authentisch wie möglich wiederzugeben.
00:03:12: Das heißt ich habe mich beim Schreiben immer an meiner Familiengeschichte orientiert.
00:03:16: Ich bin immer von mir ausgegangen Aber jetzt bei der Heimkertriologie stehe.
00:03:21: Natürlich bin auch ich in allen Figuren wieder enthalten, aber ich musste dennoch mir vollkommen neue Räume erschreiben die ich nicht kenne.
00:03:33: Und dafür habe ich tatsächlich vorab eine andere Übung gemacht nämlich habe vorher schon mal einen historischen Roman geschrieben aus der Perspektive einer spanischen Prinzessin die vor fünfhundert Jahren gelebt hat.
00:03:45: also da ich hab mich langsam ran getastet an den historischen roman Weil das eben doch bedeutet, man muss und jetzt komme ich zur zweiten Frage.
00:03:56: Man muss sich sehr viele Informationen durch Recherche erst mal drauf schaffen.
00:04:00: Meine Großmutter hatte hundertdreißig Tonbänder hinterlassen auf denen sie ihre Lebensgeschichte aufgesprochen hat.
00:04:06: Das heißt, ich hatte schon sehr viele sehr explizite Schlüsselzähnen aus denen ich natürlich sehr schöne Dramaturgie erstellen konnte, wobei ich grundsätzlich sage, ich plotte nicht vorher.
00:04:18: Das heißt auch diese Schlüsselzähnen musste ich mir reintanken und dann wieder vergessen und glauben dass es mein Leben ist.
00:04:26: Okay!
00:04:27: Das heißt als nächstes musste ich in Museen gehen, in Archive gehen und mir noch mehr Informationen holen und auch diese Informationen so einspeisen als seines meine Informationen damit Sie eine Emotionalität bekommen.
00:04:44: Und das heißt, dass ich mir sehr viel Material heran recherchiert habe es abgespeichert habe so getan hab als ob es mein Leben ist und aus diesem Gefühles ist mein Leben wieder geschrieben habe.
00:05:02: Jetzt kommen wir zum nächsten Punkt Weil eben was ich großartig finde, sich viele wünschen in die Lebensgeschichte ihrer Großeltern einzutauchen.
00:05:13: Historische Romane zu schreiben gar nicht über Sicht zu schreiben sondern direkt in das Leben ihrer Groß Eltern zu gehen.
00:05:21: und Ich persönlich sage dann immer mach nochmal einen Schritt zurück.
00:05:25: Geh erstmal zu dir, mit dir hast du genug zu tun und vielleicht ist das Thema deiner Großeltern auch in deinem Leben zu finden.
00:05:32: also vielleicht musst du gar nicht primär über das Leben deiner großen Eltern schreiben sondern du schreibst primäer über dich und schaust aber was hat dich über die Generation geprägt?
00:05:43: Ich finde, das ist erstmal ein leicht füßigerer Einstieg als sofort über die Recherche den ersten Roman zu schreiben.
00:05:54: Ich bewundere dich ja maßlos!
00:05:55: Du gehst ins Historische immer wieder.
00:05:59: Darf ich dir Rückfrage stellen?
00:06:00: Wie machst du das?
00:06:03: Ja beziehungsweise meine historischen Romane sind hier noch aus der jüngsten Vergangenheit also achtziger und neunziger Jahre.
00:06:09: Die habe ich ja noch teilweise, nein nicht teilweise komplett miterlebt Und ich habe auch einen Roman, der allerdings jetzt noch nicht veröffentlicht ist.
00:06:19: Der etwas ja so vor hundertfünfzig Jahren spielt.
00:06:23: Ich muss gestehen dass sich das unheimlich schwer finde und auch sehr arbeitsintensiv.
00:06:29: Also zeitgenössisch zu schreiben ist definitiv deutlich einfacher und dann von mir selbst auszugehen also mich in die Figuren zu versetzen.
00:06:39: aber gerade was du meintest quasi die Geschichte aus deiner Sicht schreibst, gilt das für alle deine Romane?
00:06:46: Dass du dich in diese Figur so reinversetzt als wärst du das.
00:06:49: Ja ja also ich bin immer jede Figur natürlich... Also grundsätzlich tauche ich.
00:06:55: wer meine Bücher kennt weiß dass inzwischen ich tauche immer auf Ich schreibe mich immer rein.
00:07:01: Ich habe zwar andere Namen aber man erkennt mich
00:07:03: so.
00:07:04: Ich habe mich aufgetan.
00:07:09: Und bestimmte Aspekte nehme ich auch Augenzwinkern mit rein, also auch in der Heimkehrtrilogie sind so ein paar kleine Augenzwinke rein drin die einfach Zitate an meine Schreibkarriere möchte gar nicht sagen an meinen Schreibprozess sind.
00:07:27: und Aber jetzt gerade auch in der Heimkehrtriologie, wenn dort Figuren auftauchen von denen wir sagen würden das sind absolute Unsympathen.
00:07:38: Auch
00:07:38: da bin ich enthalten weil ich das schreibe.
00:07:43: Ich nenne das immer Method Writing Das heißt wie Method Acting diese Schauspiel Methode in der sich der Schauspielende wirklich absolut mit seiner eigenen Lebenserfahrung In die Figur die er verkörpert hinein versenkt so mache.
00:07:59: Also das heißt, irgendeine Facette von mir wird zum Leben erweckt und die lebe ich dann voll aus.
00:08:07: oder aber die Leute schreiben.
00:08:10: Wir wissen dass wir beobachten sehr genau, inzwischen merken wir es nicht mehr, aber wir nehmen sehr genau auf und das was wir aufgenommen haben können wir dann eben wenn wir uns so tief versenken diesen sehr stillen großen Raum, in dem der Schreiben dann stattfindet.
00:08:28: Können wir das wieder hervorbringen und ja, das erwecken wir dann wieder zum Leben.
00:08:34: also insofern ja bin ich immer enthalten.
00:08:37: Ja spannend!
00:08:39: Was du gerade gesagt hast, du plottest tatsächlich nicht?
00:08:41: Also gar
00:08:42: nicht?!
00:08:43: Nee, nein.
00:08:45: Ich plotte überhaupt nicht weil ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe dass sich alles total logisch ergibt.
00:08:54: also das heißt ich bin während der Schreibprozesse es nicht mehr anwesend.
00:09:00: Das was ich möchte ist voll konvurscht und das ist total befreiend Weil ich sehr neugierig sein kann was wird passieren.
00:09:11: Und ich weiß, wenn ich mich morgens hinsetze nie was am Nachmittag oder am Mittag in diesem Kapitel passieren wird.
00:09:21: Das bestimmt meine Figur, das bestimmt die Menschen, die reinkommen, dass bestimmt die Dialoge, die gesprochen werden.
00:09:28: Dass bestimmt die Handlungen, die stattfinden und da passieren wirklich teilweise extrem überraschende Dinge, die ich niemals für Möglichkeiten habe.
00:09:39: Und ich hab einmal vor fünfzehn Jahren ungefähr einen Thriller geschrieben.
00:09:45: Der glaube ich, ich hatte noch nie ein Thriller geschrieben.
00:09:48: Ich habe immer Thrilleraspekte aber nie wirklich jetzt also eine Thrillerhandlung.
00:09:52: und dann hatte ich ungefähr aus zehn verschiedenen Perspektiven diesen Thriller geschrieben Und es wurde immer komplexer und inzwischen lief dieser Fall auf drei über drei Generationen mit mehreren Leichen.
00:10:10: Im vorletzten Kapitel hab ich zu meinem Mann gesagt Ich weiß immer noch nicht, wer der Täter ist.
00:10:16: Okay.
00:10:17: Und es aber ich wusste wenn ich dieses letzte Kapitel schreibe wird sich alles über diese drei Generationen entblättern wie alles miteinander zusammenhängt und das stimmte!
00:10:30: Und ich war selbst überrascht, ich dachte auch, dir ist es!
00:10:32: Ja cool,
00:10:35: ja das finde ich super befreiend was du sagst weil ich kenne das so um den Coach der auch andere Autorinnen und Autoren angehende Und ich kenne das halt.
00:10:44: Ich schreibe auch schon relativ lange, also veröffentlichen jetzt erst seit ungefähr fünfzehn Jahren aber schreiben auch schon seit über zwanzig.
00:10:53: Es wird einem ja immer geraten durch zu plotten Heldenreise drei Aktstruktur bin ich auch nach wie vor ein großer Fan von.
00:10:59: allerdings habe ich jetzt beobachtet die ersten Roman habe ich komplett durchgeplottet alles geplant Bei den Letzten habe ich das ähnlich auch so, ja, ich plotte dann morgen und hab dann intuitiv teilweise wirklich
00:11:10: mehr
00:11:10: oder weniger alles runtergeschrieben.
00:11:12: Und
00:11:13: meine Beobachtung
00:11:14: war dass diese Dreieckstruktur oder auch die Heldenreise trotzdem in jeder Geschichte drin ist, weil es so verinnerlich.
00:11:20: Also ich glaube wirklich, dass wir die irgendwann so drin
00:11:23: haben wie...
00:11:24: also wir gucken ja nicht mehr nach wie man Nudeln kocht Es passiert
00:11:32: so wie von alleine.
00:11:34: Also diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht, weil ich habe sehr viele Leute dabei begleitet ihre Romane zu schreiben.
00:11:45: das passiert automatisch du musst nicht drüber nachdenken aber es ist ein totaler Trugschluss dass ein Roman mit einem Wurf da ist.
00:11:57: Wir lernen in der Schule überall, wie es gibt richtig und falsch.
00:12:02: du musst es sofort richtig aufsetzen sonst wird das nichts wenn das nicht richtig sitzt.
00:12:07: Es ist Zeitverschwendung und das ist wirklich hier oben reingefüllt worden bis zu Techno so was man nicht
00:12:15: versteht.
00:12:16: schreiben is ein zutiefst körperlicher künstlerischer Prozess.
00:12:22: Wenn man sich van Gogh anguckt oder Picasso, haben die sich irgendwie vorher einen Plan
00:12:31: gemacht?
00:12:32: Wahrscheinlich nicht.
00:12:33: Also diese Lebendigkeit, die aus allem spricht, die erzählt davon dass sie voller Vertrauen losgelegt haben.
00:12:43: Wenn ein Michael Jackson etwas komponiert hat dann hat er das einfach gehört.
00:12:48: der hat sich doch nicht überlegt.
00:12:49: an der Stelle, an der stelle, an dieser stelle.
00:12:52: Das ist einfach passiert.
00:12:54: Und trotzdem ist es ein Überarbeiten.
00:12:57: Ich überarbeite meine Romane elfmal, das heißt zuerst schaffe ich Masse.
00:13:03: Dann gucke ich was ist mein Thema?
00:13:06: Was sind meine Symbole?
00:13:08: und was sind meine Motive?
00:13:10: Und damit fange ich nach und nach anzuarbeiten wie eine Bildhauerin oder ein Bildhower die aus dem Stein die Skulptur herausholen, die eigentlich schon drin ist.
00:13:21: Und das ist total befreien, weil du darauf vertrauen kannst dass alles was aus dir herauskommt hat eine Bedeutung und nicht im Ego Sinne eine Beteutung.
00:13:33: Oho!
00:13:34: Ist das bedeutsam?
00:13:35: Sondern nur für dich erst mal und damit kannst du arbeiten.
00:13:39: und genau diese... Dass alles aus dem Unterbewusstsein kommt ist zutiefst logisch.
00:13:45: Du musst... Das kann der Verstand nicht herstellen.
00:13:51: Wobei ich schon denke, dass die Theorie zu kennen oder viel zu lesen macht auch was mit einem.
00:13:56: Also die Strukturen speichern sich ja irgendwo ab
00:13:59: und... Ja und nein!
00:14:04: Also es schadet nichts zu lesen, ja.
00:14:06: Es schadete wirklich überhaupt nicht so.
00:14:07: Ich bin mit Literatur aufgewachsen und ich habe sehr viel vorgelesen gekriegt.
00:14:12: Aber muss ich sagen, mit ungefähr siebenundzwanzig Jahren aufgehört zu lesenen.
00:14:16: Echt?
00:14:17: Ja!
00:14:18: Das heißt also im großen Maße auch gehört.
00:14:22: in den letzten Jahren habe ich kaum noch was gelesen... Ich schlage Bücher auf und ich scanne die.
00:14:28: Und da gebe ich dir insofern recht, ich erkenne sehr schnell Strukturen.
00:14:32: Sehr, sehr schnell!
00:14:33: Und ich weiß sofort wie etwas... Wenn man es gebaut ist dann mutwillig aber so meine ich gar nicht wie etwas sich aufbaut.
00:14:41: So können wir sagen das erkenn' ich sehr, sehr schnelle nicht.
00:14:44: Erkenne sofort spricht mich die Struktur an oder nicht?
00:14:47: Oder hat jemand aus dem Empfinden herausgeschrieben oder ist es vom Kopf
00:14:52: gesteuert
00:14:53: geschrieben?
00:14:55: mich natürlich so wahnsinnig geprägt haben, gerade in meiner Jugend und als junge Erwachsene wie Sylvia Plas oder Bukowski usw.
00:15:03: und sofort die so extrem aus ihrem Körper schreiben aus ihrem Inneren empfinden.
00:15:10: Aus dem, was aus ihnen herauskommt, dass ich im Grunde genommen da nur eine Seite aufschlagen muss und schon gehe ich ab wie nach Passelofi, weil das so eine Freiheit hat.
00:15:22: Aber es gibt natürlich auch das Problem wenn... Ich habe immer wieder Teilnehmende von meinen Seminaren die sehr viel lesen und ihre eigene Stimme nicht mehr hören Und dann gucken, wie ist der Absatz gebaut und sie versuchen ihm vom Verstand her nachzubauen.
00:15:39: Weil da natürlich schöne Wendungen drin sind weil da Erkenntnisse drin sind, weil da symbolhaltige Bilder drin sind und du guckst hin und fragst Wie kann das sein?
00:15:49: Aber das ist nicht ausgedacht, es passiert.
00:15:52: Und insofern glaube ich dass wenn du mein Lieblingsbeispiel ist immer Thomas Bernhardt, wenn du zu viel Thomas Bernhardt gelebt hast dann hast du echt schlechte Karten weil du dir seine Struktur so drauf ballerst, dass du deine eigene Stimme nicht mehr
00:16:07: hörst.
00:16:08: Ja ja das mag sein, dass das auch gerade bei Genre Literatur... Ich schreibe auch viele Genre und ich schreiber das gerne.
00:16:15: aber Da ist die Gefahr natürlich auch, dass man sich sehr vergleicht und sehr die Genre regeln übernimmt.
00:16:22: Ja ja aber ich darf das entschuldige sagen.
00:16:26: Das sind natürlich auch ein Korsett diese Regeln weil es natürlich auch feststehende Begrifflichkeiten gibt, die natürlich auch sagen Ich bin dieser Art von Genreliteratur also wenn der Himmel so und es fünfmal ein kleines Törtchen gab, dann ist diese Wohlfühlatmosphäre.
00:16:49: Und die bedeutet natürlich auch dass du nicht plötzlich in der Radikalität ausbrechen darfst, die verstören
00:16:57: könnte.
00:16:58: Ja ja das ist leider so, von Genre Literaturen natürlich auch sehr krasse Erwartungen haben.
00:17:04: Ich hatte einmal eine Protagonistin, die eben nicht so ein... das heißt nein ich fand sie total nett aber sie war verletzt und hat deshalb ein paar glöde Dinge getan und der Mann in der Geschichte war total nett und er war einfach gut!
00:17:18: Und dann hat sich wirklich mehrfach den Vorwurf gehört, Nein also so netten Mann gibt es nicht, der hat bestimmt Leichen im Keller, dass kann
00:17:24: nicht sein.
00:17:26: Und sie war halt total zicke ich so.
00:17:28: Also dass sie mir tatsächlich von einigen nicht verziehen, dass die so ausgebrochen sind aus
00:17:34: dem Genre... Ja, ja.
00:17:37: Es kann nicht nachvollziehen!
00:17:40: Aber wenn du sagst, du bearbeitest elfmal einen Roman?
00:17:44: Wie lange brauchst du dann für einen Roman und wie viel Zeit nimmst du das reine Runterschreiben?
00:17:49: elfmal eine neue Version oder überarbeitest du jedes mal neu, also wenn es Verraten magst.
00:17:55: Also ich schreibe tatsächlich meine Romane mehr oder weniger durch und das geht wahnsinnig schnell weil ich wirklich was ich vorhin gesagt habe Ich trete zur Seite, ich setz mich hin, ich begebe mich in diese Schreibstimmung Und das ist glaube ich das schwerste sowieso für alle die schreiben wollen dass sie sagen ich komme nicht in die Stimmung rein.
00:18:15: ja und das ist im Grunde genommen die wichtigste Übung, dass du sofort in deine Schreibstimmung hineinkommst und dafür habe ich auch Meditationen aufgenommen.
00:18:30: Die ich eben anbiete weil ich von dieser Problematik weiß das es immer wieder diese Schwelle gibt finde ich rein geben im Grunde genommen das wieder, was ich für mich total verinnerlicht habe.
00:18:47: Also ein Gefühl... Sie produzieren einen Gefühl, was sofort sagt du kannst schreiben.
00:18:52: Schreib los!
00:18:53: Und dieses Gefühl produziere ich also dann für mich und dann schreibe ich los bis ich leer geschrieben bin.
00:19:00: Das ist eine Art von Rausch der dann stattfindet, in der mir diese Stimme alles erzählt.
00:19:05: Ich empfinde mit allen Sinnen und dann hab' ich meistens ein Kapitel geschrieben und meine Romane haben Dreiundzwanzig, Vierundzwanzig, Dreißig Kapitel und nach, je nach Länge.
00:19:17: Und so ein Kapitel schreibe ich an einen bis zwei Tagen.
00:19:21: Das heißt jetzt nicht das sind dreinzwanzigtagen oder fünfzigzehn Roman runtergeschrieben ist?
00:19:26: Weil ich manchmal natürlich auch keine Zeit habe oder es ist was anderes oder so.
00:19:29: aber das sagen wir mal dass reine Schreiben dauert zwei drei Monate, dass Reine schreibt.
00:19:37: Und ich lese nicht was ich geschrieben habe.
00:19:40: Ich gehe nicht zurück sondern ich schreibe immer weiter.
00:19:43: Ich lese nur den letzten Abschnitt und dann wenn ich das Gefühl hab so jetzt habe zu gucken kann, was ist mein Thema?
00:19:56: Welche Figuren tauchen auf.
00:19:58: Wie kann ich das jetzt besser verknüpfen?
00:20:00: Erst dann fange ich nochmal an zu lesen und das Interessante ist tatsächlich dass ich wirklich meine Ehren insofern bin weil wenn Ich zur Seite trete beim Schreiben.
00:20:13: Also es ist alles neu was ich dann lese und so kann Und das ist hochgradig spannend.
00:20:22: Dann erkenne ich auch sehr schnell, wo sind Längen?
00:20:24: Wo fehlt noch was?
00:20:26: und also insofern wenn ich dann anfange zu überarbeiten nehme ich diese Textmasse und dann Stück für Stück zuerst gehe ich quasi wie mit der Kreisäge und gucke wo sind längen, wo fehlt noch etwas, wo kann ich wirklich was weg hacken?
00:20:44: manchmal ist ein ganzes Kapitel zu viel Weg damit und dann wird das je nach Überarbeitungsgang immer feiner, bis ich am Ende mit dem Schleifpapier sitze.
00:20:59: Und ab welchem Punkt nimmst du das Lektorat dazu?
00:21:03: Oder
00:21:03: wann kommt der Verlag
00:21:04: rein?
00:21:04: erst beim Feinschliff oder sprecht ihr euch auch...
00:21:08: Genau, erst beim Feinschliff.
00:21:11: Tatsächlich gibt es aber immer mal solche Fragen wo ich dann zum Beispiel... das ist auch ganz interessant für viele viele Aber es ist total normal dass das erste Kapitel der schwierigste ist.
00:21:23: Ja da wird alles gesetzt Da muss man sich orientieren wer bin ich?
00:21:28: Wo bin ich?
00:21:29: Wer gehört alles mit rein Das ist meistens total zäh Und da ist viel zu viel Information drin Und von daher meine ich schon meine Lekturen mit rein und sage, du kannst mal ganz kurz.
00:21:44: Also dieses erste Kapitel, das stresst mich, kann man ganz kurz lesen weil irgendwie stimmt es da noch nicht?
00:21:53: Dann freue ich mich immer über ein Feedback und wenn das dann sitzt, dann gehe ich auch wieder allein durch meinen Text bei.
00:22:00: Wenn das vorne sitzt, then formt sich der hintere Text
00:22:03: dann auch nochmal.
00:22:06: Und geht es dir so, wenn du das jetzt erneut liest und vorher eben das auch einfach ruhen lässt?
00:22:13: Bist du dann selbst manchmal überrascht was du da geschrieben hast oder kannst du dich so komplett an alles erinnern.
00:22:18: Nee ich erinnere mich an wirklich das Allerwenigste.
00:22:22: und was mich am meisten überraschen kann der Verstand nicht herstellen sind Brüche Bilder, auf die ich niemals durchs Nachdenken bekommen wäre.
00:22:36: Also im Grunde genommen sind sehr viele Überraschungen drin weil eben das Unterbewusstsein so stark mitarbeitet.
00:22:45: Ja ja ich glaube auch.
00:22:46: also es macht zwar auch Spaß jetzt verschiedenen Stile zu analysieren und zu gucken, okay wie machen andere Autorinnen und Autoren das?
00:22:54: Aber es stimmt.
00:22:55: Es kommt wirklich viel aus dem Unterbewusstsein.
00:22:57: ich finde auch beruhigend dass du das sagst weil mir geht das nämlich auch auf so dass ich meine Texte lese und denke das habe ich geschrieben kann nicht mehr dran erinnern und das finde ich wirklich spannend.
00:23:10: ja du arbeitest ja auch eben ganz vielen mit dem Thema Biografie aus der Biographie schöpfen auch mit deinen Coaching Kunden Kundinnen.
00:23:20: Da gibt es ja immer eine Hemmschwelle, ich weiß jetzt nicht ob bei dir selbst noch, ich schreib hier auch viel aus meinem eigenen Leben.
00:23:28: Viele möchten ja gerne über ihr Leben schreiben
00:23:30: haben aber
00:23:31: Angst sich zu plamieren bloßzustellen oder anderen ihrem Umfeld.
00:23:35: wie würdest du mit diesem Thema umgehen?
00:23:37: Oder was rätst du von anderen AutorInnen und Autoren?
00:23:41: Also grundsätzlich kann ich sagen, jeder große Autor hat aus ihrem Leben geschöpft.
00:23:57: Egal wo du hinguckst, das ist das echte.
00:24:02: Sie haben ein Thema was sie beschäftigt und dieses Thema ist einerseits persönlich andererseits gesellschaftlich.
00:24:08: Sie können es aus ihrem Erleben nur heraus beschreiben weil es dann echt ist authentisch relevant usw.
00:24:16: Warum nicht?
00:24:17: aus sich selbst.
00:24:18: Wenn du dir die Impressionisten anguckst, die haben ihren Gartenweg gemalt auf dem sie lang gelatscht sind, wie man zu Picasso gesagt hätte, du darfst aber nicht deine Liebschaft... Du darfst doch nicht deine Frau zeichnen!
00:24:30: Was hätte er denn sonst machen sollen?
00:24:33: Also das ist so... Und wir erfreuen uns an diesen Bildern, wir er freuen uns an diese Bücher weil wir uns in dieser Echtheit wieder erkennen.
00:24:43: Natürlich ich verstehe dass man Sorge hat das man jemandem zu nahe tritt, dass man jemanden verletzt, dass mein Ärger produziert und das ist auch eine berechtigte Sorge und die sollte auch ernst genommen werden Weil es für diejenigen die sich im Buch wiedererkennen ein Schock sein kann.
00:25:03: Dessen sollte man sich bewusst sein und man sollte Verantwortung dafür übernehmen, wie man die Person darstellt.
00:25:11: Ob man sie einseitig darställt oder ob man ihr auch etwas Liebenswertes, auch wenn man sauer aufsieht.
00:25:17: Aber vielleicht sagt okay aber es hat auch liebenswerte Anteile.
00:25:20: Und dadurch wird das Buch gleich viel facettenreicher indem man auch sagt aber auch diese Seite war dabei.
00:25:26: Die war für mich nicht relevant.
00:25:27: Vielleicht habe ich die nicht abbekommen sondern ich hab nur die andere Seite ab bekommen.
00:25:33: Und ich muss sagen, gerade gestern habe ich ein Brief gekriegt von einer Frau, neunzig Jahre alt.
00:25:39: Unsere damalige Nachbarin die mir wieder Kinderfotos geschickt hat und gesagt hat Alexa du schreibst doch immer über deine Familie, deine Kindheit dein Leben vielleicht brauchst du die Fotos?
00:25:50: Und auch sie ist mehrfach in meinen Büchern aufgetaucht.
00:25:54: daraus ist eine total schöne Briefeinschaft entstanden.
00:25:57: warum?
00:25:58: weil sie gesagt hat danke dass wir in deinen Bücheren sind.
00:26:00: Also das heißt, weil sie enthalten sind.
00:26:03: Und ich muss sagen, ich habe nicht nur gesagt, oh hatten wir nette Nachbarn sondern ist... Sie sind so aufgetaucht wie ich es damals erlebt habe.
00:26:12: also insofern ist es vielleicht manchmal auch ganz anders als man selbst erwartet wenn man die Leute hineinschreibt.
00:26:19: und das wichtigste ist für mich aber immer wieder ein Roman ist ein künstlerisches Wärm.
00:26:26: Das heißt, ich nehme Aspekte aus meinem Leben und fiktionalisiere sie.
00:26:31: Am Ende weiß nur noch ich was echt und was Fiktion ist und vielleicht weiß ich selber hinter nicht mehr.
00:26:37: Ja!
00:26:38: Und natürlich erkennen sich Leute aber ich nehme aspekte von ihnen Ich lasse ganz viel weg.
00:26:45: Ich erzähle nur bestimmte Punkte und insofern außer mir und der Nachbarin weiß niemand, wer sie ist.
00:26:55: Und wenn jemand anfangen sollte, Rüdiger oder Heinz Harald zu googeln und zu sagen, wer ist ein Heinz-Harald bei Alexa im Buch?
00:27:05: Das fühlt nicht weiter weil du dich in dem Moment entlarvst als jemand der nicht verstanden hat dass es ein künstlerisches Produkt
00:27:12: ist.
00:27:14: Ja, und ich denke selbst wenn man über Verbundungen oder schmerzhafte Teil der Biografie schreibt das zu fictionalisieren bringt ja auch noch mal Abstand und Heilung.
00:27:25: Niemand braucht davor Angst haben?
00:27:28: Überhaupt nicht.
00:27:28: Also das Schreiben, sowieso ist es auch wichtig dass du das sagst.
00:27:31: Das Schreiben bringt ja Selbsterkenntnis.
00:27:34: deswegen schreiben wir überhaupt Ja und man fängt an Dinge zu verstehen Und man gibt sie nach außen damit von Außen sich jemand damit verbinden kann und auch wieder Verstehen Kann.
00:27:45: also im Grunde genommen halten wir das menschsein Also und natürlich verwundung gehören dazu und Es ist deine geschichte Es ist nicht nur die Geschichte deiner Mutter und du warst ihr Kind, sondern du bist das Kind der Mutter.
00:28:03: Du hast deine Geschichte und du möchtest sie besser
00:28:06: verstehen.".
00:28:08: Ja... Das ist ein spannender Gedanke und ich denke jetzt gerade daran diese Arbeit mit angehenden Autorinnen und Autoren unheimlich intensiv und ich kann mir vorstellen, dass es auch sehr viel... Also das ist total toll.
00:28:25: Ich mache das ja auch.
00:28:27: Das ist aber wahrscheinlich eben auch eine Coachingstunde jetzt keine Therapiestunde, aber wahrscheinlich kostet das mindestens genauso viel kreative oder auch emotionale Energie wie der Schreiben selbst.
00:28:41: Kannst du so für dich sagen was für dich ein gutes Verhältnis ist?
00:28:47: von der Arbeit an den eigenen Texten und der Arbeit mit anderen.
00:28:54: Ja, also ich begleite ja auch eben immer wieder Leute beim Schreiben ihres Romanes oder ich gebe Onlinekurse Präsenzkurse, ich mache Einzelcoachings, schreib Coachings Das, was ich immer wieder gemerkt habe.
00:29:17: Wie tief dieser Schreibprozess in das Seelenleben eingreift?
00:29:25: Immens!
00:29:26: Und ich habe sehr oft schon gehört von Teilnehmenden oder mit Leuten, mit denen ich arbeite, dass ein Einzelcoaching mit mir mehr tiefer gebracht hat als zehn Jahre Therapie.
00:29:41: Woran liegt das?
00:29:42: Weil du Beim Schreiben nicht immer die gleiche Schallplatte erzählst, auf die du dich längst geeinigt hast.
00:29:50: Die du allen schon erzählt hast, die du in und auswendig kennst.
00:29:53: Sondern beim Schreiben sagst du nicht so war es sondern jetzt erlebe ich es nochmal.
00:30:02: Und dadurch dass du es noch mal erlebst bist du direkt wieder in der Szene und du erlebst plötzlich etwas, was du über das Schallplatten erzählen längst vergessen hast.
00:30:14: Und dadurch hat das natürlich eine unheimliche Intensität die spannend ist.
00:30:19: aber jetzt komme ich zu deiner Frage.
00:30:24: sie fordert auch ein immenses Maß an Bewusstheit weil natürlich auch ich merke A. Muss ich sehr genau gucken, wie weit gehe ich jetzt wenn ich eine Übung stelle?
00:30:38: Ich bin auch immer wieder in Kontakt mit denjenigen, mit denen ich arbeite dass ich immer wieder sage sag mir bitte wie weit du gehen möchtest.
00:30:48: Ich taste mich voran.
00:30:49: ja weil ich bin keine Therapeutin das muss klar sein.
00:30:54: derjenige der mit mir arbeitet übernimmt für sich die Verantwortung und dennoch bewusst im Raum, dass sich eben nicht da Dinge antriggere die besser noch nicht angesprochen werden sollten.
00:31:10: Das ist im Grunde genommen schon herausfordernd insofern das ich jetzt nicht zehn solcher Einzelsitzungen am Tag machen könnte, sollte.
00:31:25: Weil ich eben doch mit der Konzentration sehr stark auf der einzelnen Person bin.
00:31:31: und aber das betrifft nicht mein eigenes Schreiben.
00:31:35: also das heißt Ich kann das sehr gut trennen.
00:31:38: Mein schreiben ist mein schreiben Das Schreiben der anderen ist das andere.
00:31:42: wo sich es überschneidet ist tatsächlich dass ich sehr viel dadurch lerne.
00:31:48: Aber das heißt du kannst dann auch an einem Tag zum Beispiel fünf Stunden schreiben und danach noch eine Coaching-Stunde machen, das
00:31:55: geht.
00:31:56: Ja ich könnte besser zuerst schreiben und dann ne Coachingstunde und dann schreiben weil das schon ja das ist fordernd und da mache ich dann lieber erst mal hinterher Wie was anderes.
00:32:15: Weil ich doch auch sehr tief in die Leben von anderen Menschen hereingelassen werde?
00:32:21: Ja, ja!
00:32:23: Ich finde auch das Schreiben an sich ist eine unheimlich konzentrierte
00:32:26: Arbeiter.
00:32:27: also ich weiß nicht wie es dir geht aber nach drei vier Stunden bin ich auch erstmal leergeschrieben.
00:32:33: Absolut!
00:32:36: Also ich sage meinen Teilnehmenden immer schreibe zehn Minuten Das reicht.
00:32:42: Du kannst auch mit täglich zehn Minuten Roman schreiben und natürlich ergibt sich, je länger du schreibst ergeben sich zwanzig dreißig vierzig fünfzig minuten.
00:32:50: eine stunde ja.
00:32:52: aber also ich glaube ich schreibe maximal zwei stunden am tag länger nicht weil das einfach körperlich so anstrengend ist.
00:32:59: du durchlebst ja alles was deine figuren erleben.
00:33:05: Da muss ich auch ein bisschen gucken, dass ich mich körperlich da nicht zugrunde rede.
00:33:10: Und natürlich auch wenn du damit anfängst zu schreiben ... Du explodierst ja emotional total und das muss sich auch erst mal wieder abreagieren.
00:33:19: Ich hatte eine Teilnehmende gerade, eine ganz, ganz Tolle.
00:33:23: die hat also in meinen Online-Kursen so schnell losgeschrieben und es war sehr süß.
00:33:28: sie hat dann gesagt Sie musste eine Stunde hinterher duschen weil sie diese dieses Errausel wieder aus sich rauskriegen musste.
00:33:37: Ja,
00:33:37: aber ich glaube dass viele daran scheitern oder was heißt scheittern?
00:33:40: Aber gar nicht erst so weit gehen, dass sie das emotional so nah an sich ran lassen oder so nie tiefe gehen.
00:33:45: also gerade wenn man sich vielleicht hinsetzt und sagt okay jetzt kommt die Exposition jetzt kommt der erste Plotpoint oder sowas auch immer oft auf sehr distanzierte Weise auch geschieht.
00:33:58: Also das, was du so erzählst dieses körperliche Eintauchen also ich merke dass ich komplett weg bin.
00:34:05: aber so körperlich kam es mir bisher jetzt auch noch nicht so vor.
00:34:08: aber vielleicht ist das auch eine andere Interpretationsweis.
00:34:12: Das finde ich aber total spannend.
00:34:14: Dieses Versinken kenne ich auch absolut.
00:34:18: Ja, also ich trainiere das tatsächlich sehr mit meinen Teilnehmenden.
00:34:25: Dieses In-den-Körper gehen um aus dem Körper zu schreiben.
00:34:29: Ich mache in den Seminaren auch immer wieder diese von mir entwickelten Meditationen um in den Körper zu kommen und das Hauptaugenmerk liegt bei mir tatsächlich darauf dass du lernst, wann bin ich im Körper und wann bin nicht im Körper.
00:34:46: Du schreibst anders wenn du im Körper bist, du benutzt andere Begriffe.
00:34:52: Du entfernst dich mehr von Klischees, weil die Klischee nicht mehr kommen.
00:34:57: Die Klischeen kommen immer dann wenn du versuchst einen emotionalen Zustand zu beschreiben den du nicht fühlst.
00:35:03: gerade und ich kann sehr schnell erkennen wenn jemand was vorliest ob er im Körper war oder nicht im Körper War Und das ist eine immense Befreiung.
00:35:11: Wenn du merkst du musst nicht mehr nachdenken natürlich wenn du vorher Plot Point setzt und so weiter und sofort Dann bedeutet, dass du musst deine Figur an die Kandare nehmen damit sie nicht wegläuft und den Plotpoint verpasst.
00:35:27: Weil wenn Andy anfängt ihr eigenes Leben zu entwickeln dann wird sie Dinge tun, die du nicht eingeplant hast Und dann geht sie voll ab und du rennt direkt an deinen ganzen Punkten vorbei Und dann musst du dieses Leben wieder einfangen.
00:35:45: Für mich ist Schreiben tatsächlich absolut synonym mit Leben, das heißt es passiert.
00:35:53: Ja und das ist auch das was du mit deiner Alexa Methode auf deiner Seite steht deinen Teil in den Vermittelts?
00:36:01: Genau
00:36:02: genau.
00:36:04: Und du schreibst ja auch Sachbücher, wie schreibts nur Sachbühche?
00:36:08: Auch auf die Art.
00:36:09: oder ist das also... Erzähl gerne mal wieder für dich der Unterschied.
00:36:13: Also ich schreibe nicht so viele Sachb Bücher aber diese Sachb bücher die ich geschrieben habe meist eben auch und ich glaube alle mit meinem Mann Die sind sie entstehen ganz genauso.
00:36:26: Das heißt eben ein Thema versenke ich mich kurz in mich und dann sage okay, welche Bilder tauchen auf?
00:36:34: Und die schreibe ich dann auf.
00:36:36: Und es entsteht ganz genauso.
00:36:38: Aber das ist jetzt natürlich kein wissenschaftliches Sache.
00:36:41: Das muss man klar trennen!
00:36:43: Es sind Sachbücher, die sich wieder an meiner Biografie, an meinem Erleben, an meinen Erkenntnissen, die ich zu jener Zeit hatte entlanghangeln.
00:36:53: aber ich bin eben keine Wissenschaftlerin keine Studien, die ich dann wirklich auch wissenschaftlich einbetten muss.
00:37:04: Ja
00:37:05: ja... Ich mochte gerade deinen Familienbuch total gerne weil ich mich da auch so wiedergefunden habe und das war so auf den Punkt und du hast wirklich was so Schönes an Familie da so auf dem Punkt gebracht.
00:37:15: Das fand ich ganz toll.
00:37:19: Richtig schön!
00:37:22: Jetzt kommen wir auch schon langsam so ans Ende.
00:37:25: Was, also wenn jemand zu dir kommt und sagt ich möchte gerne Autorin werden?
00:37:30: Ich möchte gern Autor werden ob jetzt hauptberuflich oder nicht was ist so das erste was du denjenigen derjenigen ans Herz legen würdest?
00:37:42: Ich würde als allererstes ans Herz liegen dass man sich sehr genau fragt für wen tut man das?
00:37:52: Und das ist sehr süß, weil man selbst denkt, man möchte irgendeine Bedeutung damit erlangen.
00:38:00: Man möchte ein Buch haben!
00:38:03: Man möchte vielleicht sogar einen Bestzeller haben... ...man möchte gesehen werden.
00:38:09: und wenn man dann ein bisschen tiefer geht merkt man eigentlich dass man das für sich möchte, dass man sich erfassen möchte.
00:38:19: Dass man zu sich finden möchte.
00:38:22: und in dem Augenblick, indem einem das klar ist hören diese Zweifel auf weil diese Zweife kommen und diese Blockaden kommen daher dass man schon eben als Kind früh gelernt hat was richtig und was falsch ist.
00:38:39: und wenn man los schreibt schreibt man ins Nichts.
00:38:43: Wer sagt einem ob das richtig, ob das falsch ist und du blockierst weil du die ganze Zeit diese Stimmen deiner Eltern, deiner Lehrer, Lehrerin im Kopf hast, die immer gesagt so nicht.
00:38:56: Und wenn du plötzlich verstehst, das mache ich für mich.
00:39:00: Dann stellt sich die Frage nach richtig und falsch nicht mehr.
00:39:03: Aber wenn ich es für den Buchmarkt schreibe, wenn ich fürs große Außenschreibe von dem ich nicht weiß was es möchte dann ist das so immens dass kann man nicht stemmen.
00:39:13: also wenn man für sich... Du hast es ja aber auch auf deiner Seite geschrieben Ich schreiabe Bücher die ich gerne lesen möchte.
00:39:21: Ja.
00:39:24: Mach ich wirklich und andere, könnte ich auch nicht schreiben.
00:39:26: Weil es gibt ja immer wieder die Diskussion welches Genre ist gerade... Welches läuft gut?
00:39:31: New Adult, Young Adult?
00:39:33: zum Beispiel läuft der grade sehr gut.
00:39:35: Ich könnte's einfach nicht schreiben weil ich mich da nicht drin wieder finde.
00:39:38: Also vielleicht sind das auch Vorurteile weil ich die Bücher auch nicht wirklich gut kenne.
00:39:41: Aber danach dem Markt zu schauen ist, glaube ich...
00:39:45: Fatal.
00:39:46: Ja, fatal.
00:39:47: Wirklich fatal!
00:39:48: Also vor dreißig Jahren hat meine beste Freundin zu mir gesagt Alexa, ich schreibe auch ein Bestseller Ich analysiere gerade bei Amazon die Bestsella-Listen und ich schaue was am besten läuft Und dann schreiber ich einen Buch und sie hat bis heute keins geschrieben.
00:40:05: Wenn du anfängst das zu analysieren, dann viel Spaß.
00:40:11: Ja und vor allem weißt ja auch nicht was daraus wird.
00:40:14: also ich denke auch ein Buch zu schreiben es ist ein Kraftakt und mir war schon irgendwann klar Ich möchte das beruflich machen ich möchte auch davon leben.
00:40:22: Also ich könnte...ich schreite mich mehr aus Hobby.
00:40:25: Das könnte ich nicht mehr.
00:40:27: aber trotzdem von Anfang an zu sagen ich mache das nur wenn ich damit Geld verdiene wenn das veröffentlicht wird ist schwierig.
00:40:34: Ja, das ist immenser Druck.
00:40:37: Ich würde sagen dass das Buch für andere auch relevant wird entsteht in dem Moment in dem du voll bei dir bist.
00:40:47: also da sollte wirklich das primäre Augenmerk liegen und nicht zuerst auf dem Außen.
00:40:55: Und jetzt nochmal abschließen zum Thema außen.
00:40:59: Du bist ja auch relativ aktiv auf Instagram zum Beispiel.
00:41:04: Wie empfindest du das als Autorin?
00:41:06: Ich finde ehrlich gesagt, dass es ein Riesen-Stressfaktor ist.
00:41:08: Auf der einen Seite mag ich das total gerne, dein Kontakt zu treten auf der anderen Seite wird es ja von uns immer mehr auch erwartet.
00:41:14: Es geht im Prinzip gar nicht mehr ohne.
00:41:17: Würdest Du jetzt angehenden Autorinnen und Autoren
00:41:22: raten,
00:41:23: von Anfang an das mit im Blick zu haben sich eine Community aufzubauen oder wie gehst Du davor?
00:41:31: Wie viel investierst du an Zeit, Engagement in dem Bereich?
00:41:43: Das Instagram ist natürlich sehr zeitaufwendig und ich versuche das zu professionalisieren.
00:41:55: Ich gucke also länger als eine Stunde am Tag nicht dafür zur Nutze, weil es mich auch aus meiner Ruhe bringt.
00:42:08: Ich finde die Kontakte, die dort entstehen sehr schön und ich habe wirklich also eine so wunderbare Community um mich herum, die so zugewandt ist und man hat sich so darauf geeinigt... zugewandt, respektvoll miteinander umzugehen interessiert zu sein.
00:42:28: Und das ist es empfinde ich als ganz großes Geschenk und das möchte immer wieder zurückgeben oder am Leben erhalten, weil das einfach wunderschön ist.
00:42:41: Und natürlich ist es für mich als Autoren auch nicht unerheblich diese Community zu haben.
00:42:48: Ich denke aber dass diese Community gewachsen ist mit den Büchern Mit dem wer ich bin was sich auch erzählen kann welche Inhalte ich habe.
00:42:59: und Das sind dreißig Jahre die da jetzt reinfließen.
00:43:05: Und ich glaube, wenn man jetzt gerade am Anfang steht, dann sollte denke ich eher wirklich die Aufmerksamkeit darauf sein.
00:43:14: Was schreibe ich und es gibt immer wieder so tolle Autoren, die mit ihrem ersten Buch kommen und die Leute lieben ist und die lesen's und die geben's weiter und man spürt da ist das ganze Herzblut drin.
00:43:28: ja und dafür brauchst nicht Instagram Das kann danach kommen.
00:43:32: Aber ich würde mich erst mal fokussieren, wo liegt mein Hauptaugenmerk
00:43:36: drauf?
00:43:37: Ja, ja.
00:43:38: Sehr gut.
00:43:39: Das heißt
00:43:39: nicht, dass man nicht Instagram machen sollte.
00:43:41: manchmal besucht sich das man versteht durch Instagram wieder was das fließt dann da wieder rein.
00:43:46: nur wenn man wahnsinnig an Instagram wird Dann sollte man das tatsächlich zugunsten des Buches reduzieren
00:43:55: oder zumindest zuerst schreiben.
00:43:56: Ich mach das auch so, dass ich dann Instagram erst öffnen wenn ich geschrieben habe weil sonst ist meine Konzentration auch komplett weg.
00:44:03: Also da dürfen wir uns bei allem fließen lassen, aber mir geht es zumindest so... Manchmal muss ich mich auch einfach disziplinieren.
00:44:14: Ja also auf jeden Fall schon mal viel.
00:44:16: vielen Dank für deine super spannenden tollen Einblicken!
00:44:20: Ich glaube wir könnten noch zehn Stunden weiter reden, aber ich werde dich auf jeden fall verlinken und die Meditation auch sehr empfehlen.
00:44:28: Die habe ich mir nämlich auch runtergeladen und war nicht total schön.
00:44:33: Und ja, gerne!
00:44:36: Ich freue mich einfach schon auf das nächste Buch von dir.
00:44:39: Das hast du jetzt auch schon angekündigt und das sieht super spannend aus.
00:44:43: Wann erscheint er?
00:44:44: Im September erscheinen wir
00:44:46: ein bisschen hin.
00:44:47: Aber freue ich mich schon
00:44:48: drauf.
00:44:48: Danke schön.
00:44:52: Ja genau, ich werde dich verlinken so aus ihrer Biografie schöpfen wollen, sind glaube ich bei dir super gut aufgehoben und deine Bücher sind eben sehr, sehr schön.
00:45:02: Also ich lese sie total gerne!
00:45:04: Und
00:45:06: ja, auf jeden Fall vielen Dank
00:45:07: und
00:45:08: ich freue mich dann einfach aufs nächste Gespräch um hier zu leben, zu hören und wünsche allen die Zuhören ganz viel Freude beim Schreiben.
00:45:17: Danke schön, danke, danke.
00:45:20: Ach war das ein schönes Gespräch, ich danke
00:45:22: dir.
00:45:28: Vielen Dank fürs Zuhauen.
00:45:30: Alle Links findest du in den Shownotes und ich freu mich wenn du meinen Kanal abonnierst.
00:45:35: Alles
00:45:35: Gute für dich um deine Buchidee!
00:45:38: Bis zum nächsten Mal, Deine Daniela Nagel.
Neuer Kommentar